Isolierung
Temperaturen im Griff halten – von minus 196 bis plus 1.000 Grad Celsius
Warum Isolierung
so anspruchsvoll ist
Isolierung ist keine Standardaufgabe – jede Anlage bringt eigene thermische, mechanische und chemische Herausforderungen mit. Prozesstemperaturen reichen von kryogenen LNG-Anwendungen bei minus 196 °C bis zu Hochtemperatur-Innenisolierungen bei 1.000 °C und darüber.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Energieeffizienz-Vorgaben verlangen präzise Dämmdickenberechnungen, TA Lärm setzt klare Lärmgrenzwerte, und Tiefkälteanwendungen erfordern wirksame Dampfbremsen, um Feuchtigkeit und Tauwasserbildung zu verhindern. Hinzu kommen normative Vorgaben wie AGI-Arbeitsblätter, DIN 4140, VDI-Richtlinien und CINI-Manual sowie Temperaturwechselbeständigkeit bei Wechseltemperaturen zwischen minus 80 °C und plus 120 °C.
Wer hier nicht auf materialgerechte Auswahl, physikalisch präzise Dimensionierung und fachgerechte Ausführung setzt, riskiert Energieverluste, Kondensatschäden, Korrosion an Rohrleitungen und Lärmgrenzwertüberschreitungen.
Isolierung bei KAEFER bedeutet deshalb: Effizienz durch Berechnung, Langlebigkeit durch Materialwahl und Betriebssicherheit durch normgerechte Ausführung.
Unser Leistungsspektrum
Kälteisolierung
Bei Kältedämmungen versagt jede Isolierung, die nicht durchdacht konstruiert ist. Sinkt die Temperatur unter die Umgebungsluft, bildet sich Kondenswasser – und Wasser hat eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft.
Die Folge: Die Dämmwirkung bricht innerhalb von Monaten zusammen. Gleichzeitig fördert Feuchtigkeit Korrosion an Rohrleitungen und Anlagenteilen, und das zusätzliche Gewicht belastet die Tragkonstruktion. Entscheidend ist deshalb nicht nur der Dämmstoff selbst, sondern die präzise Abstimmung mit einer wirksamen Dampfbremse. Wer hier Fehler macht, dämmt umsonst.
Typische Einsatzgebiete: LNG-Anlagen und LNG-Terminals (Tiefkälte bis minus 196 °C), Ethylen-Anlagen, CO₂- und Gasverflüssigungsanlagen, Prozesskälte in Lebensmittel- und Pharmaindustrie, Lagerung tiefkalter Medien. Flüssiggase wie LNG, Wasserstoff oder Helium benötigen extrem niedrige Temperaturen – und reagieren auf Temperaturschwankungen mit dramatischen Volumenänderungen. Erreicht ein Flüssiggas seinen Siedepunkt, dehnt es sich binnen Sekunden aus.
Das ist nicht nur energetisch ineffizient, sondern gefährlich: Unkontrollierte Druckanstiege können Anlagenteile beschädigen oder ganze Produktionsprozesse zum Stillstand bringen. Tiefkälte-Isolierungen aufrechtzuerhalten erfordert etwa acht- bis zehnmal mehr Energie als Wärmeerzeugung – weshalb jede Schwachstelle in der Dämmung unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.
Wärmeisolierung
Jeder Grad Celsius, den Ihre Anlage unkontrolliert verliert, kostet Geld – und zwar viel Geld. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) berechnet, dass bereits die Dämmung bisher nicht isolierter Bauteile und Rohrleitungen 23 Prozent Energieeinsparung bringt. Bei mittelgroßen Raffinerien oder Chemieanlagen bedeutet das sechsstellige Beträge pro Jahr.
Hinzu kommt: Jede eingesparte Kilowattstunde reduziert Ihre CO₂-Bilanz – relevant nicht nur für Nachhaltigkeitsziele, sondern auch für die Berichtspflichten nach IED 2.0 und die steigenden Kosten im Emissionshandel.
Typische Einsatzgebiete: Kraftwerke, Chemieanlagen, Raffinerien, Fernwärmeleitungen, Prozessdampfleitungen, Hochtemperatur-Anwendungen bis 1.000 °C (Hochtemperatur-Innenisolierungen bis 1.400 °C für Sonderlösungen).
Dämmstoffe: Mineralwolle, Calcium-Magnesium-Silikatwolle (CMS), mikroporöse Dämmstoffe, Aerogele.
Ummantelungssysteme: Blechummantelungen (Aluminium, Edelstahl, verzinkt, farblich beschichtet, Blechdicken 0,5 bis 1,2 mm),
Kunststoffummantelungen (PVC). Qualitätssicherung: Wärmebrückenberechnung, Dämmdickenberechnungen, Thermografie-Kontrolle, Abnahmeprotokolle. Energieaudits nach EIIF-Standards liefern strukturierte, mess- und rechenbare Einstiegspunkte in Effizienzprogramme.
Typische Amortisationszeiten: drei Monate bis zwei Jahre.
Schallschutzisolierung
Lärmemissionen reduzieren, Arbeitsschutz gewährleisten. Industrieanlagen sind laut – und Lärm kann Gesundheit kosten – und auch Geld. Die Arbeitsstättenverordnung und die TA Lärm setzen klare Grenzwerte, deren Überschreitung zu Produktionsstopps oder Bußgeldern führen kann. Gleichzeitig mindert dauerhafter Lärm die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeitenden und erhöht das Unfallrisiko. Professionelle Schallschutzisolierung reduziert Lärmemissionen um bis zu 30 dB(A) – das entspricht einer gefühlten Halbierung der Lautstärke.
Typische Einsatzgebiete: Kompressoren, Pumpen, Ventilatoren, Turbinen, Rohrleitungssysteme, Produktionsanlagen mit hohen Lärmemissionen.
Dämmstoffe: Mineralwolle mit hoher Rohdichte, schallabsorbierende Materialien, Verbundsysteme mit Masse-Feder-Prinzip.
Ummantelungssysteme: Blechummantelungen (perforiert oder geschlossen), Kunststoffummantelungen.
Qualitätssicherung: Schallpegelmessungen vor und nach Isolierung, Abnahmeprotokolle, normgerechte Ausführung nach TA Lärm und Arbeitsstättenverordnung. Schallschutz-Expertise liegt in der zentralen Technik – bei Bedarf erfolgen gezielte Schulungen für Montage.
Planung & Beratung
Isolierung beginnt nicht auf der Baustelle, sondern am Schreibtisch. Je präziser Dämmsysteme berechnet sind, desto effizienter arbeiten sie – und desto schneller amortisiert sich Ihre Investition. Falsch dimensionierte Dämmdicken verschwenden Material und Montagezeit, ohne die gewünschte Einsparung zu bringen. KAEFER berechnet Dämmsysteme so, dass sie wirtschaftlich optimal arbeiten – nicht nach Faustformeln, sondern nach messbaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten.
Typische Planungsleistungen: Wärmebrückenberechnung, Dämmdickenberechnung, Taupunktberechnung, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Thermografie-Kontrolle. Energieaudits nach EIIF-Standards (Europäische Vereinigung für Energieeinsparung) liefern strukturierte, mess- und rechenbare Einstiegspunkte in Effizienzprogramme.
Typische Amortisationszeiten: drei Monate bis zwei Jahre.
KAEFER berichtet im EIIF-Tip-Check-Kontext einen sehr hohen Anteil der europaweit erfassten Audits (rund 80 Prozent). CO₂-Kennzahlen schaffen klare Entscheidungsgrundlagen für IED-2.0-Berichtspflichten und Emissionshandel.
Wartung und Inspektion: Isolierungs-Inspektionen, Predictive Maintenance, Schadensbegutachtung, Notdienst, Rahmenverträge für kontinuierliche Instandhaltung (1–10 Jahre) mit planbaren Kosten.
Häufige Fragen zur industrieller Isolierung
Unsere Isolierungs-kompetenzen für Ihre Branche:
Jede Branche stellt eigene Anforderungen an Isolierung. Ob spezifische Normen, besondere Temperaturbereiche oder branchentypische Prozesse – KAEFER Pros kennen die Besonderheiten Ihrer Industrie. Wählen Sie Ihre Branche und erfahren Sie, welche Lösungen wir für Ihre spezifischen Herausforderungen bereithalten.